Maturaarbeit

«Die Maturandinnen und Maturanden verfassen allein oder in einer Gruppe eine grössere eigenständige Arbeit, die logisch und klar strukturiert ist. Sie gehen von einer nspruchsvollen
Fragestellung aus, wenden angemessene fachspezifische Methoden und Hilfsmittel an und folgen formal den Grundsätzen wissenschaftspropädeutischen Arbeitens.»
Weisungen der Maturitätskommission des Kantons Luzern vom 13. Januar 2009

Dazu muss eine Maturaarbeit MAAR verfasst werden, bei der es sich um eine fachspezifische oder fächerübergreifende Arbeit handelt, die auf eigenen Untersuchungen und dem Studium von Fachliteratur aufbaut. Bei der Form der Arbeit wird zwischen human- oder geisteswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und gestalterischen oder künstlerischen Arbeiten unterschieden (Näheres dazu im Leitfaden ). Die Arbeit wird mündlich präsentiert. Dabei geht es um die Fähigkeit, Thesen und Erkenntnisse darzulegen sowie die gewählten Vorgehensweisen zu beschreiben und zu begründen. Die Maturandinnen und Maturanden zeigen dabei, wie tief sie in die Thematik vorgestossen sind und dass sie diese in einem grösseren Kontext erörtern können.

Die Maturaarbeit und ihre Präsentation werden bewertet, die resultierende Note zählt analog den anderen Maturitätsnoten. Auch der Titel wird ins Maturazeugnis aufgenommen.
Mit der Maturaarbeit lernen die Schülerinnen und Schüler, bereits erworbene Arbeitstechniken anzuwenden und Formen wissenschaftlichen Arbeitens zu praktizieren. Bei dieser vertiefenden Form der Arbeit werden Reflexion und Interpretation sowie die Fähigkeit, vernetzt und systematisch zu denken, vorausgesetzt. Es müssen eigene Recherchen (Quelleninterpretation, Experimente, Befragungen o. a.) vorgenommen werden; die Resultate sind zu schlüssigen Thesen zu verarbeiten. Mit dieser Arbeit weisen die Lernenden Kenntnisse und Fertigkeiten nach, Informationen zu suchen, auszuwerten, zu verarbeiten, zu ordnen und Ideen zu vermitteln. Die Maturaarbeit bietet den Lernenden die Möglichkeit, eine projektorientierte intellektuelle Arbeitserfahrung zu machen; es werden neben analytischen und kreativen Fähigkeiten sprachliche Kompetenzen in mündlicher und schriftlicher Form verlangt.

Jede Arbeit wird von einer Lehrperson betreut. Die Beratung umfasst sowohl inhaltliche als auch methodische Aspekte. Für diese Begleitung des Arbeitsprozesses ist im Stundenplan der 5. Klasse Zeit reserviert. Alle Absolventinnen und Absolventen der Gymnasien sollen, bevor sie an den Universitäten und Hochschulen mit wissenschaftlichen Standards konfrontiert werden, wichtige Erfahrungen im selbstständigen wissenschaftlichen und gestalterischen Arbeiten sammeln.